Welche Ideen haben die Zunftgründer beflügelt?

Die Quellen schweigen sich darüber aus, aber man darf doch vermuten, dass hinter den Neugründungen vor allem zwei Motive standen:

  1. Die neu in die Stadt inkorporierten Bürger wollten beweisen, dass sie voll und ganz zur Stadt mit ihrem Brauchtum gehören, dass sie waschechte Stadtzürcher geworden sind. Das zeigt sich jedes Jahr augenfällig am Sechseläuten, wo sich zwischen die ehrwürdigen Zünfte der alten Linie die neuen Zünfte aus Höngg, Wollishofen, Schwamendingen oder eben auch Wiedikon einreihen. Sie sind ins Stadtzentrum gekommen, um dieses eminent zürcherische Fest mitzufeiern.
  2. In ihren Quartieren widmen sich die neuen Zünfte der Aufgabe, die Tradition der ehemaligen Gemeinde, den "Dorfgeist", die unverwechselbaren Gesichtszüge und Eigenheiten ihrer engsten Heimat in die Gegenwart und Zukunft hinüber zu retten. Das alte Gemeindewappen lebt als Zunftwappen weiter. Die Zünfte sind ganz besonders dafür verantwortlich, dass aus Zürich nicht ein amorpher Siedlungsbrei geworden ist oder noch werden könnte, dass die althergebrachten Strukturen in zeitgemässer Form den nächsten Generationen weitervererbt werden.