Das Stadtquartier Wiedikon

Aus der selbständigen Gemeinde Wiedikon wurde nun der Zürcher Stadtkreis 3 mit einer Gesamtfläche von 864.9 ha, was 9.4 % der Fläche der Stadt Zürich ausmacht. Die Verstädterung ging rasant voran: Gegen 1900 wurde vor allem im Gelände zwischen dem Sihlhölzli und dem Friedhof Sihlfeld in "geradezu amerikanischem Tempo" gebaut, wie ein Zeitgenosse schrieb. Ab 1930 folgten die genossenschaftlichen Wohnüberbauungen im Friesenberg nach dem Vorbild der englischen "Garden City" und nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet im Gut in eine Wohnlandschaft umgewandelt. Trotzdem zählen nur 11.2 % der Gesamtfläche statistisch als "Gebäudegrundfläche" gegenüber 15.1 % "Wiesen, Aecker" und 31.3 % "Wald". Die Einwohnerzahl, die auf dem Höhepunkt bei 56'000 gelegen hatte, ist inzwischen auf rund 46'000 gesunken, wobei sich aber im selben Zeitraum der Wohnungsbestand von 21'500 auf 25'347 erhöht hat!

Diese Entwicklung ist ganz typisch für ein Quartier in unmittelbarer Nähe der City. Aber Wiedikon ist nicht von der Grossagglomeration Zürich aufgesogen worden! Der Wiediker Geist wurde und wird bewahrt und gepflegt von den vielen Vereinen, den Kirchgemeinden, dem Ortsmuseum und nicht zuletzt der Zunft zu Wiedikon. Diese ist sich ihrer ganz besonderen Aufgabe immer bewusst: Wie keine andere Organisation ist die Zunft verpflichtet, das Erbe der Wiediker Tradition zu hüten und in immer wieder neu entwickelten Formen den kommenden Generationen weiterzugeben.