Eine selbstbewusste, aber arme Gemeinde

Die Invasion der französischen Armee 1798 brachte die alte Ordnung zum Einsturz. Die bisherigen Untertanengebiete wurden gleichberechtigt, das Dorf Wiedikon bekam seine Gemeindeautonomie, die es bis 1893 wahrte. Freilich waren die Wiediker im 19. Jahrhundert nicht auf Rosen gebettet. Es wird berichtet, dass täglich im Morgengrauen viele Arbeiter, darunter nicht wenige Kinder, in die Fabriken der Stadt unterwegs waren.

In Wiedikon war es wie in anderen Zürcher Vorortsgemeinden auch: Die vorwiegend arme Bevölkerung wuchs rasch an, die Gemeinde hatte kostspielige Aufgaben zu bewältigen, aber die Steuererträge blieben kümmerlich. Vor allem die missliche Lage der Gemeindefinanzen bereitete den Boden für die grosse Eingemeindung von 1893 vor.