Bauern, Ziegelbrenner, Fuhrhalter

Die Wiediker lebten damals weitgehend von der Landwirtschaft, aber eine grosse Rolle spielte auch die Ziegelbrennerei: Lehm war genug zu finden und das für die Brennerei nötige Holz konnte bequem auf der Sihl herangeflösst werden. Die Fuhrhalter, welche die Ziegel und Backsteine auf die Baustellen und anderswo transportieren mussten, hatten ihr gutes Auskommen. Trotz dieser Frühindustrialisierung im Baustoffgewerbe hat Wiedikon seinen ländlichen Charakter behalten: Noch im späten 18. Jahrhundert hat der Zürcher Patrizier Johann Caspar Schweizer seine Flitterwochen "im idyllischen Wiedikon" verbracht.

Jahrhundertelang waren die Wiediker in St. Peter in der Zürcher Altstadt kirchgenössig. Sie mussten also für den sonntäglichen Kirchgang einen beschwerlichen Fussmarsch in Kauf nehmen! Erst im 18. Jahrhundert bekamen die Wiediker ihre eigene Kirche, das hübsche Bethaus an der Schlossgasse, das 1791 eingeweiht wurde.